Myofunktionelle Störung

Häufig haben Artikulationsstörungen und Zahnfehlstellungen eine gemeinsame Ursache: eine Myofunktionelle Störung.

 

Die Mundmuskulatur (Zunge, Wangen, Lippen, Kinn) weist Besonderheiten auf: Sie ist meist schlaff und in der Beweglichkeit eingeschränkt. Sowohl in Ruhesituationen, beim Schlucken oder Sprechen wird z. B. die Zunge gegen die Zähne gedrückt, die Lippen stehen offen, Speisereste bleiben in den Wangen, es wird „gelispelt“. Manchmal liegt noch eine Mundgewohnheit, z. B. Daumenlutschen vor.

 

Beim korrekten Schluckmuster legt sich die Zunge an den Gaumen, die Zahnreihen und die Lippen sind geschlossen, die Atmung erfolgt durch die Nase. Die Zunge bewegt sich nach hinten oben und befördert dadurch die Nahrung in den Rachen.

 

In der Myofunktionellen Therapie verfolgen wir folgende Ziele:
• Abbau von Mundgewohnheiten
• Anbahnung der Nasenatmung
• Verbesserung der Beweglichkeit der Zunge und der Lippen
• Kräftigung der Mundmuskulatur
• Förderung der Mundinnenraumwahrnehmung
• Erlernen des korrekten Schluckmusters

 

Da die Mundmuskeln nicht losgelöst vom restlichen Körper gesehen werden können, werden ebenfalls Körperübungen (z. B. zur Körperhaltung, zur besseren Körperwahrnehmung) mit einbezogen.

 

Wie bei jedem anderen Muskel, benötigen die Mundmuskeln ein gezieltes Training, das auch unbedingt zu Hause regelmäßig durchgeführt wird.



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© Markus Schulte-Hötzel, 2017